Über den Wolken kommunizieren: Grenzenlose Freiheit?

CGI: Lufthansa Business Class, Kabine 2012, 747-8 © Photographer: Lufthansa - © CGI: Pixomondo - © conditions: worldwide, unlimited, no advertising

Moderne Medien sind aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Selbst in Flugzeugen nimmt die Digitalisierung einen sehr hohen Stellenwert ein. Doch setzt eine Flugreise dem gewohnten Medienangebot nicht automatisch Grenzen?

Verabschiedung von den Liebsten. Die Tickets bereits in der Hand, die Schlange am Gate wird immer länger. Zwölf Stunden Flug stehen bevor. Automatisch plant man in Gedanken, wie man seine Zeit im Flugzeug am besten überbrücken kann. Lieber das spannende Buch lesen, das man sich von zu Hause mitgebracht hat, oder das vielfältige Medienangebot der Airline nutzen? Eines steht fest: Langweilig kann es einem an Bord heutzutage nicht so schnell werden.

Mit Lufthansa fliegen jährlich ca. zwölf Millionen Passagiere auf den Interkontinentalstrecken. Davon nutzen 98% das Inflight-Entertainmentprogramm. Doch was wirklich dahinter steckt, wissen die wenigsten. Es ist mehr oder weniger ein selbstverständliches, kostenloses Angebot, das die Airlines ihren Gästen bieten. Doch das war nicht immer so. Obwohl Flugreisen schon seit langem ein fester Bestandteil unserer Reisemöglichkeiten sind, war das Medienangebot nicht immer so vielseitig.

Bis Ende der 50er Jahre bestand das Unterhaltungsprogramm ausschließlich aus einem Musikangebot, das Anfang der 60er um Spielfilme erweitert wurde. Im Laufe der Zeit wandelte sich auch die Technik des Unterhaltungsprogramms von ehemals Deckenprojektoren und faltbaren Leinwänden über ausfahrbare Deckenmonitore zu Sitzbildschirmen. Anstelle von einzelnen Spielfilmen gibt es heute eine multifunktionale Mediathek.

Das Buch zur Seite gelegt, das Geschäftsmeeting im Kopf, nun schnell ein paar Daten über das WLAN gezogen. Jetzt noch kurz die neusten Bundesliga-Ergebnisse in den aktuellen Sportnachrichten anschauen, bevor man sich bei einem Glas Wein den neusten Action Thriller ansieht.

Die Auswahl wird schwierig bei einem Unterhaltungsprogramm, das momentan etwa 100 Kinofilme, 200 TV-Programme, ein umfangreiches Audioprogramm mit vielen Playlisten und Hörbüchern, Spiele und eine Kinderrubrik beinhaltet. Sollte das nicht reichen, besteht die Möglichkeit über Laptop, Smartphone oder Tablet über das kostenlose FlyNet Portal aktuelle Nachrichten und Sportsendungen der TV-Kanäle anzuschauen.

Über den Wolken im Internet zu surfen, ist heutzutage keine Illusion mehr, sondern tatsächlich machbar. Durch den FlyNet Service der Lufthansa ist es möglich, mit eigenen mobilen Endgeräten auf Langstrecke in allen Reiseklassen zu surfen, zu simsen oder Daten zu synchronisieren. Dieser besondere WLAN-Empfang in der Luft funktioniert bereits ab 3000 Meter über dem Meeresspiegel.

In naher Zukunft wird für die Gäste von Lufthansa erstmals die Möglichkeit bestehen, mit der „Lufthansa Companion App“ vor Antritt des Fluges aus dem Bordprogramm eine persönliche Playlist zu erstellen. Ebenso werden Fluginformationen des neuen A350-900 in 3D angeboten.

Der angenehme Duft von frisch gebackenen Croissants macht sich in der Kabine breit. Die Flugbegleiter/innen sind bereits mit der Vorbereitung des Frühstückservice beschäftigt. Nach und nach erwachen die Passagiere. Bereit für das Frühstück, Kaffee oder Tee? Schnell nochmal einen Film aussuchen, bevor der Service-Trolley an dem eigenen Platz angekommen ist.

Für das Bordpersonal kann das Multimedia-Angebot zu einem nervenaufreibenden Akt werden. Ein „Was hätten Sie denn gerne?“ kann schnell zu einem „Entschuldigung“ und wilden Gesten führen. Schließlich spielt der kleine Bildschirm im Vordersitz für viele Passagiere die Hauptrolle. Das komplette Entertainment spielt sich darüber ab. Überwältigt von dem großen Medienangebot bleibt daher übrigens auch manchmal der erholsame Schlaf auf der Strecke.

Umso bestürzter zeigt sich der Passagier, sollte die Technik mal nicht einwandfrei funktionieren. So könnte zum Beispiel aufgrund einer nördlichen Flugroute oder landestypischen Restriktionen das WLAN nicht zur Verfügung stehen oder aber wegen eines Systemfehlers das Entertainmentprogramm und der Bildschirm nicht intakt sein. Für den Fall solcher technischer Probleme stehen in jeder Klasse Bildschirme, sogenannte „Flightattendant Pannel“, zur Verfügung, an welchem einzelne Unterhaltungssysteme vom Bordpersonal neu gestartet werden können. Zur Lösung größerer Systemfehler steht der „Purser“, der Kabinenchef, zur Verfügung.

In jedem Langstrecken-Flugzeug gibt es eine kleine Kabine, genannt „Purser Control Center“, das die Technik des Inflight-Entertainments beinhaltet. So kann der Purser über einen Computer das ganze System entweder neustarten, ausschalten oder einzelne Filme an einen bestimmten Sitzplatz schicken. Diese Möglichkeit würde man dann wählen, wenn die Filme an einem Monitor nicht abgespielt werden können und der Passagier nicht umgesetzt werden kann.

Flight Time = Quality Time. Das heißt, der Fluggast wird durch die Nutzung der Medien in die Lage versetzt, einen Flug in ein persönlich gestaltetes Erlebnis zu verwandeln, bei dem Zeit, Angst, Befindlichkeiten und Raum nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

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